Abgestürzte Programme unter Linux beenden

Juni 22, 2011 in Mit Linux

    Mit Linux ist alles einfacher? Denkste! Aber es wird bequemer, wenn man sich erstmal auskennt. Was tun wenn ein Programm sich nicht mehr bedienen läßt?

Es passiert jedem einmal und das ist es ärgerlich: Das Programm stürzt ab und auf einmal reagiert die Maus nicht mehr, obwohl das unter Linux ja eigentlich nicht geschehen sollte. Wie hilft man sich also?

Abgestürzte Programme sind schnell entfernt

Abgestürzte Programme sind schnell entfernt

Maus bewegt sich noch
Ist nur das Programm betroffen, klickt man ins Menü am linken unteren Rand und startet ein Terminal, dieses schwarze Fenster mit weißer oder grüner Schrift, wo dann steht kai@laptop ~$ hier tippen wir folgendes ein:

kai@laptop ~$: ps -u kai

Der „kai“ ist bei der Anmeldung immer sichtbar und ist entweder der Name der Herstellers oder man hat ihn selbst vergeben. ps zeigt alle laufenden Prozesse an, die ein Nutzer (-u) mit dem Namen kai aufgerufen hat.
In der Liste suchen wir das abgestürzte Programm (in diesem Beispiel der Texteditor gedit) und merken uns die vierstellige PID-Nummer (2635). Dann schießen wir es ab:

kill 2635.

Die Maus ist tot
Wenn die Maus sich nicht mehr bewegt, sollte man mit der Mund-zu-Mund-Beatmung beginnen.., checkt man zuerst ob die CAPS-Lock-Taste, die Großschreibungstaste blinkt. Falls ja hat es eine kernel-panic gegeben, sozusagen ein Kammerflimmern im Herzen, da hilft dann nur noch der Defi, also ein Reset (Kammerflimmern bezeichnet einen „Kurzschluss“ im elektrischen Herzsystem. Der Defibrillator belebt entgegen der landläufigen Meinung Tote nicht zum Leben, sondern sorgt nur dafür, dass alle Zellen auf Null gesetzt und der „Kurzschluss“ damit unterbrochen wird, danach kann der elektrische Impuls vom Sinusknoten wieder seinen Herzschlag vorgeben – aber das nur am Rande). Eine kernel-panic ist demnach einem bluescreen of death („BOD“) in Windows zu vergleichen, wo ein blauer Bildschirm kryptische Meldungen ausgibt. Flackern also die Lämpchen nicht, dann ist nur der xserver abgestürzt oder blockiert. Um das herauszufinden drückt man die Tasten STRG, ALT und F6 gleichzeitig, loggt sich mit seinem Benutzernamen und dem Passwort ein und vollführt dann die gleichen Eingaben wie oben zuvor:

kai@laptop ~$: ps -u kai
kill 2635

Natürlich ist die PID-Zahl immer unterschiedlich, aber das wußtest Du ja schon vorher. Gut, dann noch fröhliches Linuxen – may ze pengwin bie wis ju!