Toshiba gehackt – Knapp 7500 Registrierungsdaten weg, wen interessiert’s?!

Juli 19, 2011 in Die Sicherheit

Heute ist der Sicherheits-Dienstag und der hat es in sich, denn hier sind die täglichen Neuigkeiten: Firma …… (hier beliebigen Namen einfügen) wurde gehackt, mal wieder. Umfragen zufolge ist „Extreme Hacking“ der neueste Volkssport. Es geht nicht darum der Beste zu sein, sondern um das olympische Motto: „Gehackt zu haben ist alles“. In diesem Fall war die Spielwiese einer der Toshiba-Server in den USA. Von den 7520 Datensätzen, waren etwas weniger als 700 kompromittiert, die Betroffenen wurden benachrichtigt, wichtige Kreditkartendaten wurden angeblich nicht entwendet. Aber man könnte genauso gut auch Edeka als Opfer aufzählen oder K&M oder, oder, oder…

Langsam sollten wir uns tatsächlich fragen, was hier gerade passiert. Die Analogie zu einem roten Knopf im Pentagon, dem Finger am Aulöser eines Bomberflugzeuges oder dem Abschussbefehl von Langstreckenraketen zur Zerstörung von „menschlichen Zielen mit eventuellen Kollateralschäden“ mag etwas weit hergeholt zu sein, doch die Emotion dahinter ist die selbe: Eine Person sitzt hinter einem Bildschirm und verändert Abfolgen von Nullen und Einsen dermaßen, dass am Ende persönliche Daten Fremder Personen für alle Welt lesbar ist. Doch die hinter dem Bildschirm erkennt da Schicksal Einzelner nicht – ganz genau wie der Finger am Aulöser der Bombe.

Hacken um Lücken aufzuzeigen, Hacken um Daten von Regierungen, die ihrer Bevölkerung die Wahrheit enthalten, könnte man als moralisch akzeptabel erachten. Doch wenn Millionen von Spielern nicht mehr zocken können, Spieleentwickler erpresst werden, man müsse bestimmte Szenen programmieren oder persönliche Passwörter zu privaten Emailkonten publik werden, dann hört der Spass auf. Und genau an diesem Scheideweg stehen wir nun, wo Moral und Ehre hinterfragt werden müssen.

Oder ist das alles nur eine Kampagne? Eine Aktion unter falscher Flagge, die den Regierungen noch mehr Rechte verschaffen soll? Eines ist doch hoffentlich jedem klar: Nicht die Politiker regieren das Land, sondern die Konzerne, die das meiste Geld machen. Und was wäre schöner, wenn die Industrie endlich ihre Internetsperren und -filter erhielte? Digitaler Einbruch ist falsch, zu schweigen und alles zu ertragen auch!