AMOLED vs LCD und TFT – Wieso AMOLED Strom spart

Dezember 6, 2011 in Wissenswertes

Sehen, tatschen, staunen. So stellt sich die Industrie unser Nutzerverhalten vor, auf einem Touchscreen soll die Welt arbeiten, Emails schreiben und Internet-Links auswählen. Deshalb ist das Display das wichtigste Bauteil im gesamten Gerät.

Der Beginn des Displays

Am Anfang gab es noch Monochrom-LCDs ohne Hintergrundbeleuchtug ähnlich den heutigen E-Ink-Displays die außer grau und grün nicht sehr viel mehr anzeigten. Zwischendrin waren auch 16 Graustufen möglich, bis man sich endlich einem Vierfarb-Display annäherte mit dahinterliegender Beleuchtung. Die Unterschiede heutiger Displays sind nicht minder auffällig, wenngleich weniger wichtig. Als letzte Krönung sieht man OLED, bzw. in seiner prominentesten Form AMOLED. Während LCDs mit einer Reihe von LEDs dahinter beleuchtet werden, um im Dunkeln lesbar zu bleiben, verzichtet OLED darauf. Die Organischen Licht-Emittierenden-Dioden (O-L-E-D) strahlen und müssen nicht angestrahlt werden.
Anders bei den LCDs: Es sind „Liquid Crystal Displays“. Sie verändern je nach angelegter Spannung ihre Lichtdurchlässigkeit. Die, meist an der Seite liegende LED-Reihe, strahlt weißes Licht aus. Das wird durch das LCD gefiltert, so dass nachher nur Rot oder Blau oder Grün an einer Stelle des Displays hindurchscheint. Die selbst strahlenden OLEDs dagegen verzichten auf die LED-Reihe, jedes Pixel strahlt selbst.

Akku

Hier kommt die Stromersparnis ins Spiel:
Da ein LCD oder TFT nur mit eingeschalteter Beleuchtung lesbar ist, brennt die LED-Reihe immer, egal wie dunkel Teile des Bildes sind. Da OLEDs selbst Licht emittieren, verbrauchen nur die Pixel Strom, die Farben außer Schwarz anzeigen müssen. Ein dunkles Grau ist dementsprechend akkuschonender, als ein grelles Weiß. Das erklärt auch, warum LG oder Nokia auf dunkle, schwarze Themen in ihren Betriebssystemen setzen und wieso die Bing-Suche in Windows-Phone-Geräten weiße Schrift auf schwarzem Grund liefert. Man spart Akkustrom!

Bildqualität

Ein weiterer Vorteil spricht für AMOLED versus LCD, wie das obige Bild beweist: Schwarz-Werte und Kontraste steigen mit OLEDs, weiße, ausblutende Stellen, wie auf der rechten Seite im Bild bleiben aus. Links leuchten nur die Pixel selbst, rechts wird das ganze Display von hinten bestrahlt. Beide Geräte wurden gleichzeitig mit maximaler Displayhelligkeit aufgenommen, ich habe nur einen weißen Trennbalken eingefügt.

Bildwechsel

Das letzte Argument für AMOLED sei nicht verschwiegen: Schaltzeiten. Die sind für die unangenehmen Schlieren auf den Bildschirmen verantwortlich, die nachgezogenen Streifen bei fliegenden Tennis- oder Fussbällen. Ein AMOLED-Pixel schaltet binnen einer Mikrosekunde. Bei LCD-Bildschirmen (korrekte Schreibweise wäre eigentlich LC-Bildschirmen, denn das „D“ steht für „Display“) erhält man Geschwindigkeiten von einer Millisekunde. Wir sprechen hier vom Faktor Tausend. Ein AMOLED stellt ein Bild 1000-mal schneller auf dem Bildschirm dar, als ein LCD. Wirklich relevant ist das beim Videoschauen nicht, da wir Menschen ab 25-30 Bildern pro Sekunde ohnehin keinen Unterschied mehr sehen. Unser Auge hat demnach eine „Schaltzeit“ von 40-33 Millisekunden. So bemerken wir weder die „langsame“ Veränderung von 1 ms noch die von 0,001 ms, da wir nur 40 ms schnell sehen..

Lebensdauer

AMOLED zeigt jedoch auch Nachteile, denn die Lebensdauer ist mit maximal 12’000 Stunden geringer, als bei LEDs mit bis zu 100’000 Stunden, bevor die Helligkeit auf die Hälfte herabsinkt. Würde das Handy also den ganzen Tag leuchten, könnte man 500 Tage am Stück mit maximaler Leuchtkraft arbeiten, bevor man nur noch die Hälfte an Licht hätte. Realistischer wären 10 Stunden pro Tag, wodurch man auf rund vier Jahre Arbeitszeit kommt – lange genug für zwei Vertragsverlängerungen..

Das ist übrigens einer der Werbespots zu Samsungs AMOLED-Displays:

Sobald wieder einmal die Entscheidung zwischen AMOLED oder LCD auftaucht, sollte die Wahl nun leichter sein.