Wieso Tablets sich langfristig durchsetzen könnten – ein Kommentar

Februar 4, 2012 in Allgemein

Tablets sind fast reif für die MachtWer ein Tablet hat ist hipp, gehört zum Club und wenn es sich um ein iPad handelt, dann ist man der King. Ganz klar: Tablets beginnen die Welt zu rocken und den Schulalltag zu übernehmen. Gerade kam im Radio, dass eine Schule Tablets an ihre Schüler verteilt und ein anderer Rektor fühlt sich „hinter dem Mond”, weil die Finanzen dafür fehlen. Auch bei mir tummeln sich Tablets und ich bin nicht ganz unzufrieden damit. Aber woher rührt diese Einstellung?

Mobilität

Tablets zeigen Vorteile in allen Bereichen: Sie sind transportabler als ein Laptop, zeigen mehr Bildschirminhalt als ein Smartphone und stehen mit der Akkulaufzeit meist über beiden Geräten erhaben. Dabei fallen Tablets flach bis sehr flach aus (das Blackberry Playbook ist flach wie zwei TV-Zeitschriften), sind griffig, überall dabei und die Bedienung erfolgt direkt, ohne Umweg über die Maus. Wer könnte dem Widerstehen?

Lärm

Ein zweiter Grund liegt in der Geräuschentwicklung: Jedes Tablet präsentiert sich lautlos, da Lüfter und rotierende Festplatte fehlen. Dabei handelt es sich eigentlich nur um eine Marginalie, doch die Wahl zwischen Klackergerät und Leisetreter fällt auch bei mir nicht schwer.

Die andere Seite

Tablets besitzen auch ihre dunklen Seiten, dessen sollte man sich bewußt sein: Geht es darum Texte zu verfassen, Emails zu beantworten und ähnliches, kommt man ohne Tastatur nicht weit. Android-Tablets sind durchaus in der Lage eine Bluetooth-Tastatur zu akzeptieren, der Asus Transformer bringt seine eigene gleich mit. Damit erhöht man aber Platzbedarf und Gewicht wieder. Beim Playbook dagegen ist noch nicht mal das Layout von US auf DE umstellbar – „Z” und „Y” sind vertauscht, Umlaute nicht auffindbar.

Ein Tablet ist kein PC-Ersatz, es stellt eine Ergänzung dar. Zwar gibt es sehr gute Programme für Android und Konsorten, aber bei der simplen Aufgabe ein Foto zu bearbeiten, eine Datei von einem USB-Stick zu kopieren oder eine anspruchsvolle Powerpoint-Präsentation zu erstellen, versagen die Brettchen.

Und hier „liegt der Hase im Pfeffer begraben”: Ein akzeptables Tablet kostet mehr als ein Laptop-Pendant und liefert nur einen Bruchteil an Leistung und Möglichkeiten. Hinzu kommt die fehlende Möglichkeit die internen Komponenten aufzurüsten – genau darauf bauen die Hersteller! Die Lebenszyklen werden kürzer, weil das Internet mit seinen Browsergame-chen und HTML5-/ Flashanimationen nach potenter Hardware lechzt. Die Tablets entwickeln sich weiter und werden bei diesem Tempo den Laptop bald ersetzen. Oder besser gesagt, wird der Laptop bald die Form eines Tablets mit externer Tastatur annehmen. Im Grunde eine erstrebenswerte Zukunft, denn die Tablets überzeugen in vielen Teilen. Aber im Prinzip ist es der Sieg des Konsums, über den Kunden. Ich wiederhole es nochmals: ein völlig abgeschlossenes Tablet kann nicht aufgerüstet werden und gehört beim momentanen Tempo schon nach nur zwei Jahren zum alten Eisen.

Was haltet ihr von Tablets? Hat jemand ein Tablet im produktiven Einsatz und kann positiv davon berichten?