Was wir alles essen…

April 15, 2012 in Allgemein, Wissenswertes

Diese Äpfel stammen garantiert aus einer "zertifierzierten Apfelproduktion" - was immer das auch heißen mag..Mein Apfelstrudel von neulich enthält den Zusatz: „zertifizierte Apfelproduktion“. Was heißt das? Werden garantiert echte Äpfel angebaut?

Was essen wir eigentlich? Kann das irgend-jemand genau sagen? Im Müsli sind Cranberries mit Himbeeraroma drin, weil echte Himbeeren zu teuer wären. Der Yoghurt enthält Apfel mit Ananasgeschmack und auf der Pizza erfreut uns der sogenannte Analogkäse. Alles im Dienste des billgeren Genuss. Selbst „Analogkäse“ klingt noch zu harmlos, für ein Produkt, dass meist nicht aus Milch, sondern Pflanzen- oder Tierfett u.a. besteht.

Sehr beliebt ist auch der Aufdruck: „Ohne künstliche Geschmacksverstärker“. Ob künstlich oder nicht, Geschmacksverstärker wie Glutamat sind nachweislich nicht ungesund, aber verpöhnt. Deshalb verzichtet die Lebensmittelindustrie darauf und darf sich mit dem Schriftzug „Ohne künstliche Geschmacksverstärker“ schmücken? Denkste!

Statt ehrlich den Einsatz solcher Stoffe zu deklarieren, mischt man einfach Hefe(-extrakt) in die Gewürzmischung. Hefe ist ein natürlicher Lieferant von (Mononatrium-)Glutamat, und das in ausreichend geschmacksverstärkender Menge. Wir als Kunden werden also absichtlich an der Nase herugeführt. Dabei habe ich gar nichts gegen Geschmacksverstärker. Nur bitte lasst es mich wissen. Ich habe auch nichts gegen künstliche Geschmacksverstärker, denn das sind meistens keine anderen Stoffe, wie sie in der Natur auch vorkommen – nur in hygienischen, sauberen Laboren extrahiert oder hergestellt. Man könnte sogar meinen, dass sie gesünder wären, weil tatsächlich nur der chemische Stoff und nicht andere Beimengungen, wie in natürlichen Abläufen, hergestellt werden.

Dieser Apfelstrudel läßt mich wirklich aufhorchen und erneut genau nachdenken: Muss ich nun bei jedem Essen auch noch eine Zertifizierung vorfinden? Nur um sicher zu sein, dass auch drin ist, was außen abgebildet und mir mit schönen Worten angepriesen wird?

In solchen traurigen Fällen erinnere ich mich immer an den schrägen, aber wahren Monolog in „Falling Down – ein ganz normaler Tag“.
Ein frustrierter Büroarbeiter spaziert in eine Burgerbude und bestellt einen Burger, erhält aber nicht, was ihm auf den schönen Bildern angepriesen wird:
„Seht euch mal das Bild an. Seht ihr was ich meine?! Es ist fleischig, saftig und sieben Zentimeter dick.
Und nun seht euch dieses traurige, jammervolle, zerquetschte Ding an. Kann mir jemand sagen, was an dem Bild nicht stimmt?“

und hier die gesamte Szene in Deutsch: